Bibliothek 2012: BID-Strategiepapier „21 gute Gründe für gute Bibliotheken“ auf dem Deutschen Bibliothekartag 2008 zur Diskussion gestellt

By bibcov

Liebe Kolleginnen und Kollegen,
liebe BIB-Mitglieder,

auf dem Bibliothekartag in Mannheim ist es soweit: das BID-Strategiepapier wird am Dienstag, 3.6.08, von 10 – 13 Uhr in der Veranstaltung „Bibliotheken und Politik“ (Mozartsaal, Ebene 1) der Berufsöffentlichkeit vorgestellt und damit wird auch die Diskussion darüber eröffnet.

Ein Blick zurück:

Die Inhalte des Strategiepapiers „Bibliothek 2007″ fortschreiben und konkrete Forderungen für die Öffentlichen und wissenschaftlichen Bibliotheken in Deutschland formulieren: mit dieser Zielsetzung arbeitet eine AG des Dachverbands „Bibliothek und Information Deutschland e.V.“ (BID). Das Papier soll sich – wie „Bibliothek 2007″ – in erster Linie an Politiker/innen und an die Unterhaltsträger der Bibliotheken richten. Es soll als Argumentationshilfe für die Interessensvertretung auf Bundesebene und auch auf regionaler und lokaler Ebene dienen.

In der AG arbeiten VertreterInnen aller BID-Mitgliedsverbände mit:

  • Barbara Lison, Präsidentin der BID (Vorsitz)
  • Prof. Dr. Gabriele Beger (DBV)
  • Dr. Ulrich Hohoff (VDB)
  • Hella Klauser (KNB-Bereich Internationale Kooperation im DBV)
  • Dr. Heinz-Jürgen Lorenzen (DBV)
  • Prof. Cornelia Vonhof (BIB)
  • Ulla Wimmer (KNB-Koordination im DBV)

Die Kernaussagen des Papiers, das nun in der Diskussionsfassung vorliegt, lauten:
Moderne Bibliotheken haben ihren wichtigen Platz in der Mitte der modernen Gesellschaft, sie sind integrierende Partner im Netzwerk von Bildung, Kultur, Forschung und Wissenschaft, sie sind engagierte und professionelle Dienstleister der Informations- und Wissensgesellschaft. Die Menschen haben einen Anspruch auf gute Bibliotheken, die Politik muss dafür sorgen, dass die Bibliotheken angemessen ausgestattet werden.

Es gibt gute Gründe für gute Bibliotheken. Mindestens 21. Der ursprüngliche Arbeitstitel „Bibliothek 2012“ ist daher jetzt umbenannt worden in „21 gute Gründe für gute Bibliotheken“ . Die bekannte Publizistin Anne Buhrfeind verfasste den Text auf der Grundlage der Arbeitsergebnisse der BID-Arbeitsgruppe „Bibliothek 2012″.

In der oben genannten Veranstaltung in Mannheim wird dieses Strategiepapier diskutiert. Dazu werden auch die von der BID-Arbeitsgruppe „Bibliothek 2012″ vorbereiteten fachlichen Standards für Öffentliche und für Wissenschaftliche Bibliotheken vorgestellt.

Soweit Sie an der Diskussion in Mannheim nicht teilnehmen können, laden wir Sie ein, sich über diesen Blog zu beteiligen! Wir freuen uns über Ihre Anmerkungen und Ideen.

Wie geht es weiter?
Am 11. Juli 2008 tagt die AG 2012 das nächste Mal. Dort werden wir uns mit den Rückmeldungen und Diskussionen aus den Berufsverbänden und Gremien befassen.

Der Projektplan sieht vor, dass der BID-Vorstand die dann entstandene Fassung im September 2008 verabschiedet. Die offizielle Präsentation der endgültigen Fassung ist für den „Tag der Bibliotheken“ am 24. Oktober 2008 vorgesehen.

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5 Antworten zu „Bibliothek 2012: BID-Strategiepapier „21 gute Gründe für gute Bibliotheken“ auf dem Deutschen Bibliothekartag 2008 zur Diskussion gestellt“

  1. BID: „Bibliothek 2012“ « Nachrichten für öffentliche Bibliotheken in NRW sagt:

    [...] http://bibinfo.wordpress.com/2008/05/27/bibliothek-2012-bid-strategiepapier-21-gute-grunde-fur-gute-... [...]

  2. LL sagt:

    Das ist ein Strapazierpapier! Man kann sich nur noch schämen. Willman da ein paar 14jährige übers Ohr labern?

  3. ilonamunique sagt:

    Zunächst ein Lob allen, die am Text gearbeitet haben. Ist doch mal was anderes. Es hat sicher gute Chancen, auch von Fachfremden gelesen zu werden.

    Jetzt ein bisschen Textarbeit, wenn’s recht ist …

    Abschnitt: „Weil sie uns verbinden“

    „Bildungsbürger gehen ins Theater, Schüler gehen in die Schule, Fußballer auf
    den Sportplatz. Aber in die Bibliothek gehen sie alle.“

    Das ABER passt nicht so recht. Es bezieht sich hier unbeabsichtigt auf die vorab aufgezählte Gruppe.
    Alternative:
    „Und Menschen (aller Neigungen?) gehen in die Bibliothek.“

    Das mit den „Bildungsbürger“ gefällt mir auch nicht so recht, es hat etwas, hm, Diskriminierendes, Verknöchertes, Abgehobenes … (?) an sich.

    Der Teil – und das war sicher ein schwieriger! – mit dem Migrantionshintergrund ist m.E. sehr gut gelungen!

    Jetzt zu den Himmelbetten … das könnte eine Durchsicht vertragen.

    „Weil da so tolle Himmelbetten stehen“

    „Jedenfalls in Oskars Stadtbibliothek. Da kann er kuscheln und sich vorlesen
    lassen, auch wenn er aus dem Alter eigentlich schon raus ist. Oskar, ein
    hibbeliger Achtjähriger, liebt Knolle Murphy, aber er weiß, dass Bibliotheken
    in Wahrheit Wohlfühlplätze sind für einen wie ihn. In Hilden war wirklich jeder
    Schüler schon in der Stadtbücherei. Die hat mit allen 17 Schulen am Ort …“

    Irgendwie steht das so „unmotiviert“ beieinander, ich kann nicht recht viel damit anfangen. Wer ist Oskar, wer ist Knolle Murphy – habe ich etwas verpasst? Ich stelle mir vor, jemand ist weniger bewandert in Kinderliteratur als ich …
    „… liebt Knolle Murphy, aber er weiß, …“ Wieso „aber“ und wieso „in Wahrheit“? Nicht verständlich. Und was hat das mit Hilden zu tun? Wohnt Oskar oder Murphy in Hilden? Diese Passage sollte noch einmal überdacht werden. Ich weiß, sie soll neugierig machen, doch das tut sie nicht wirklich, sondern ist eher verwirrend.

    Abschnitt:
    „Aber Bibliotheken sind wirtschaftlich“ Das stimmt einfach nicht, sorry.

    Alternativ: „Aber Bibliotheken arbeiten nach wirtschaftlichen Kriterien“
    oder: Aber Bibliotheken wirtschaften dennoch (möglich der Zusatz: „- und zwar effizient“

    Prinzipiell wird recht häufig das Wort „aber“ verwendet – könnten gerne ein paar weniger sein.

    Abschnitt „Prima Klima“

    Einmal „echt“ würde reichen. Die „echten Lernorte“ könnten evtl. „hervorragende“ sein, oder „inspirierende“ …

    Abschnitt „www.schon-bist-du-in-der-bibliothek.de!“

    Der Test mit einem „Nichtbibliothekar“ ergab hier insgesamt eine leichte Verwirrung. Noch einmal durchsehen?

    „Aber irgendwann, bevor man wirklich hineinschauen kann, muss man sich registrieren.“ – wo hineinschauen? Ins Internet, in die Hände der Autoren? Bezug!

    „…, wie schön, doch wieder in einer Bibliothek.“ für die man leider auch oft bezahlen muss! war hier die lakonische Anmerkung. Es stellt sich außerdem die Frage, ob man das mit den vielen Benutzerausweisen so herausstellen sollte.

    Abschnitt: „Das Beste in der Bibliothek: die Bibliothekarin!“ (Kann man doch so stehen lassen, grins)

    „Und sie weiß auch, welches Programm das beste ist. (Hm, naja. Gewagte Aussage, wäre ich vorsichtiger.)

    „Das steht da nämlich nicht, das hat schon jemand anders ausgeliehen. Egal, sie besorgt es für Wolfgang Herrmann, und wenn er das nächste Mal in der Stadt ist, kann er es
    mitnehmen.“
    Würde ich komplett weglassen. Was ist der tiefe, imagefördernde Sinn hinter diesem Satz? Geht das, wenn er schon sein muss, etwas positiver formuliert? Wörter wie „nicht“ und „egal“ würde ich generell vermeiden.

    Passage: „Bibliotheken sind gut“

    „… Bibliotheken zählen ihre Besucher. Zweitens: Weil sie regelmäßig gefragt werden.“ Bezug! Wer frägt wen?

    Abschnitt: „Bibliotheken haben Bücher“

    „Bücher sind altes Denken.“
    Puhh. Und dann wieder ein „Aber“.
    Alternativ: „Bücher sind neues und altes Denken. Und sogar altes Denken kann direkt in die Zukunft führen …“ (und nicht nur „gelegentlich“. Weglassen.).

    „Die Stadtbücherei ist ein Netz mit ihren Filialen in vielen Stadtteilen und für die Grundversorgung zuständig.“
    Alternativ: „Die Stadtbücherei bildet mit ihren Stadtteilfilialen ein Netz. Sie ist flächendeckend für die Grundversorgung zuständig.“

    Ansonsten: schön erklärt! (Fasziniert nach wie vor, wie wir (noch) funktionieren. Trotz allem.)

    Passage „Bibliotheken sorgen für Ordnung“

    „Das Internet ist ein großes Durcheinander. Das ist schon in Ordnung so.“
    Ähem. Naja. Zweiten Satz weglassen?

    „Bibliotheken sind – einfügen: ‘überwiegend’ – für die „Tiefe“ da“

    „Vernetzung. Alle Beteiligten, Schulen, Volkshochschulen und kommunale
    Bibliotheken müssen organisatorisch und strukturell zusammenarbeiten …“

    Alle Beteiligten – ich finde den Begriff nicht so recht konkret.
    Außerdem: die kirchlichen Bibliotheken und Archive sind außen vor. Ist das Absicht?
    Und könnte man die aufzählende Reihenfolge ändern, evtl. gleich mit den Bibliotheken beginnen?

    „… steht im Gerangel um die öffentliche Finanzierung jederzeit ihre Existenz auf dem Spiel.“ Das „jederzeit“ würde ich weglassen. Überhaupt weckt der Satz natürlich „schlafende Hund“. Vermutlich muss das riskiert werden?

    So, nun hoffe ich, einen winzigen Teil zur politischen Diskussion beigetragen zu haben. Zumindest weiß ich jetzt selbst, was das Positionspapier enthält – und somit wäre wenigesten einer geholfen ;-)

    Nachtrag zum Kommentar von LL:
    Wollte da ein 14-jähriger (?) ernsthafte Vorschläge zur Verbesserung machen? Nur zu, lass er sich nicht aufhalten. Gemotzt ist schneller als qualifziert geantwortet. Mit solchen Kommentaren kommen wir garantiert nicht einen einzigen Schritt weiter. Mehr Mut zur konstruktiven Beteiligung wäre angesagt, statt negativer Rundumschläge. Die kriegen wir von den Politikern zur Genüge, das muss nicht gerade auch noch aus unseren eigenen Reihen kommen.

    Alles Gute dem Papier! Und bleibt geduldig – Papier wie Schreiber/in wie Leser/in wie Umsetzer/in … Danke für die Arbeit!

  4. Michael sagt:

    Ein schöner Image- und Werbetext, aber ein Strategiepapier ?

    In meiner beruflichen Praxis an einer Hochschulbibliothek erlebe ich zunehmend, daß die Hochschulen in Konkurrenz treten sollen, vieles darf jetzt vor Ort entschieden werden, zentrale Aufgaben wie Bibliotheken werden nicht mehr oder nur noch in ganz kleinem Maß im zuständigen Ministerium geplant, unterstützt, auf neue Wege gebracht.

    Standards : das interessiert doch keinen Finanzministerialen, der sieht ganz anders auf seine Zahlen. Und ein ihm nicht passender Standard wird ignoriert. Wer hier viel Arbeit investiert wird bestimmt eben so viel Enttäuschung ernten, weil zentral keiner mehr zuständig ist oder sein will.

    Nach mehr als 30 Berufsjahren ist mir der Optimismus leider so ziemlich abhanden gekommen. Wenn ich nicht vor Ort interessierte Kanzler und Rektoren hätte wäre wahrscheinlich gar nichts mehr übrig.

  5. ein bibliothekar sagt:

    LL hat völlig recht, das ist alles nur peinlich !

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